Die Veröffentlichung der Geheimnisse der Schuhmacherei

Eine Arbeit die vor 20 Jahren begann ist endlich in Publikation. Nachdem über 4’000 archäologische Schuhe untersucht wurden die 5’000 Jahre technische und modische Entwicklung der Schuhmacherei belegt ist nun endlich die These Marquita Volken’s  dem Publikum zugänglich.

Archaeological Footwear. Development of shoe patterns and styles from Prehistory till the 1600’s.

Das Wissen, wie man das Schnittmuster eines Schuhes erstellt, war wohl eines der bestgehüteten Geheimnisse altmeisterlichen Schuhhandwerks. Dieses Fachwissen wurde über Generationen hinweg weitergegeben, jedoch nie aufgeschrieben. Nun, nach zwanzigjähriger Forschung, sind die Grundlagen früherer Schnittmuster neu entschlüsselt worden. Marquita Volken vereint praktische Kenntnisse der Schuhrekonstruktion mit wissenschaftlichen Methoden, die durch Olaf Goubitz, Carol van Driel-Murray und Willy Groenmann-van Waateringe entwickelt wurden. Sie war in der Lage, 17 Grundregeln der Schnittmusterherstellung zu entschlüsseln. Über 400 Stile von Schuhen aus der Vorgeschichte, der Antike, dem Mittelalter und der frühen Neuzeit sind in diesem Werk beschrieben.

Dieser verständliche Führer für archäologische Schuhfunde Europas ist mit Zeichnungen originaler Fragmente und Abbildungen diverser Rekonstruktionen reich illustriert. Ein Katalog identifiziert und beschreibt jeden der über 400 Stile mit dazu passenden Schnittmustern und einer vollständigen Liste der publizierten Beispiele. Das Werk umfasst auch eine kurze Forschungsgeschichte der archäologischen Schuhkunde, ihren Vorgehensweisen und Methoden und eine Übersicht über die verschiedenen Arten von Konstruktionsweisen archäologischer Lederschuhe.

Die Autorin: Marquita Volken besitzt Abschlüsse in Philosophie, Kunstgeschichte und angewandter Kunst, sowie einen Doktortitel in Archäologie. Sie ist Autorin und Co-Autorin von über 70 wissenschaftlichen Artikeln und Buchbeiträgen über archäologische Lederfunde aus der Schweiz, den Niederlanden, Deutschland, Österreich und Frankreich

 

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man spricht von uns in Ungarn

Ein Artikel in Ungarisch bespricht unser Mueum. Für eine ungefähre Übersetzung hilft vielleicht Google Translate

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experimentA

Postkarten der ExperimetA Mitglieder als Protagonisten der Manessischen Liederhandschrift. (Beim Verein erhältlich)

Der Verein ExperimentA befasst sich mit Aspekten vergessener Techniken idem sie wissenschaftliche Experimente zu archäologische Fragestellungen und Theorien durchführen die zu einem besseren Verständnis zur Interpretation von Funden und Befunden führen sollen. Durch die Teilnahme an historischen Ereignissen gewähren sie auch einen öffentlichen Zugang zu ihren Aktivitäten. Ein Projekjt im Rahmen mittelalterlicher Veranstaltungen führte sie dazu Kostüme des 14. Jahrhunderts nachzubilden. Als Quelle diente die Manessische Liederhandschrift. Während auf diesen Abbildungen Schnitte und Farben der Kostüme gut erkennbar sind, ist dies für die Schuhe weniger der Fall. Deshalb fragten sie unser Museum für Hilfe an.

Einige Wochenendkurse in unserer Museumswerkstatt und viele Hausaufgaben waren dazu nötig. Bevor man überhaupt mit dem Schuhe machen beginnen konnte musste jeder vorerst sein Werkzeug zurichten, die klingen schleifen und polieren und lernen damit umzugehen. Dann mussten sie noch die Leisten herstellen und anpassen, Fäden vorbereiten und viele andere kleine Sachen an die man vorerst gar nicht denkt.

Zum Schluss war die Übung ein grosser Erfolg denn jede(r) hatte seine eigenen Schuhe und Kostüme mit sehr viel Aufwand und Begeisterung selber vollbracht. Ein Bravo der Truppe ExperimentA

Dazu entstanden mehrere originalgetreue Schuh-Stile die vor 600 Jahren Mode waren.

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les urbaines 2011, un festival d’art et de culture

Bei unserer Teilnahme am Lausanner Art Event die urbaines 2011 stellte der Schweizer Künstler Pascal Schwaighofer eigens ein Werk für unsere Vitrine her.

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Ein Wochenende in Schwyz

Wir stellen unsere mittel-alterliche Sammlung vor, dieses Wochenende am  29. und 30. Oktober 2011 im Forum Schweizer Geschichte in Schwyz zur Einweihungfeier der neuen Dauerausstellung. Einige von uns hergestellten Schuhe sind auch Teil der dieser Ausstellung.

Sie finden uns in Mittelalterkostümen im Museum. Irgendwie tönt dies Lustig: Ein Museum zu Besuch in einem Museum ;O)

Unsere kleine Heldin auf dem Poster scheint sagen zu wollen, wie bitter nötig Kenntnisse zu historischen Schuhen wären ;O)

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Schuster auf Wallfahrt

Unser Museum liegt gleich neben den Jacobsweg der durch Lausanne führt. So kommt es vor dass auch Pilger den Weg zu uns finden. Schuhe waren und sind des Pilgers Fortbewegungsmittel. Heute waren es zwei besondere Pilger aus den Niederlanden, die auch etwas von mittelalterlichen Schuhen verstehen. Gelegentlich trifft man sie in der Schusterwerkstatt des archäologischen Parks ARCHEON in Alphen a/d Rijn an. Ein überraschender Besuch für uns, und eine überraschende Entdeckung für sie. Da sass man stundenlang im Museum und besprach das Thema der mittelalterlichen Schuhe und Schuhmacherei.

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Visite surprise

In einem Museum das knappe 12 m2 misst ist es etwas schwierig einen Reisebus voll von Besucher zu empfangen. Gelegentlich kommt es vor dass ein Reiseveranstalter von uns hört und einen Besuch in sein Programm einfügen möchte. Zum Glück erkundigt man sich vorher und stellt fest, dass dies wohl kaum durchführbar ist. Dieses Mal hat sich ein Organisator nicht die Mühe gegeben.

Plötzlich telefoniert man uns um uns zu benachrichtigen dass man gerne unser Museum besuchen möchte und man bereits unterwegs sei. An sich kein Problem auch wenn es sich nicht um die offiziellen Besuchszeiten handelt. Eine Stunde später stehen 30-40 Besucher vor unserer Tür….was tun? Binnen zehn Minuten verteilten wir unsere Sammlung auf dem Mauerchen vor dem Museum und improvisierten zur Freude aller Beteiligten eine Führung durch 4’000 Jahre Schuhgeschichte gleich draussen auf der Strasse. Unser Glück war, dass das Wetter mitspielte. Zum Schluss war es für alle Beteiligten ein sehr erfreuliches Erlebnis.

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Vicques

Das erste Römerfest in Vicques galt der Einweihung des didaktischen Pavillons zu den dortigen Ruinen der römischen Villa.

Das Pavillon ist ein Minimuseum mit grossen Schaufenster in welchen Modelle und Replikate in Zusammenhang der dortigen archäologischen Ausgrabungen. Die Sammlung ist Tag und Nacht das ganze Jahr hindurch zu sehen. Das Ereignis sollte festlich sein, aber vor allem informierend und mit erzieherischem Wert. Das ist der lokalen Freiwilligengruppe des Dorfes (Groupement pour la revalorisation de la villa romaine de Vicques) äusserst gut gelungen.

Der Museale Charakter wurde durch speziell für das Ereignis organisierte Informationsstände bekräftigt. Mehrere Gruppen von Universitätsmitarbeiter und Spitzenhandwerker die antikes Fachwissens und Praktik erforschen haben sich in der Gruppe ANIMARC vereint. Deren Ziel ist, archäologische Erkenntnisse in praktischer und verständlicher Weise dem Publikum vorzuführen.

Mehr als 650 Schüler und 1000 Besucher konnten ein kleines Stück des Lebens vor 2000 Jahren miterleben, sehen, anfassen und hören. Dazu hatten sie ein einmaligens didaktisches Material zur Verfügung das sich keine Schule leisten könnte. Jeder Informationsstand bezweckt ein kleines Fensterschen in der Wand die uns den Blick auf die Vergangenheit verwehrt zu öffnen.

Ein Satz zur Vergangenheitsforschung den ich dieses Wochenende oft wiederholte: “Ein gelegentlicher Blick nach hinten in die Vergangenheit sollte unserer Sicht in die Zukunft behilflich sein, deshalb seien auch die Windschutzscheibe grösser als die Rückspiegel. Aber ohne Rückspiegel zu fahren kann Gans schön gefährlich werden.”

Weitere bildiche Eindrücke geben  Francis de Andrade auf picasaweb  und die Lokalpresse.

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On the radio

Wie man einen Schuh datiert (auf französisch), zu hören auf Radio Suisse Romande la première (RSR1), Sendung “impatience” des 14. Sept. 2011

Sie können diese hier downloaden

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Mittelalterliche Trippen

Mittelalterliche Schuhe hatten dünne Sohlen. Die Trippen gaben besseren Schutz vor Kälte, Nässe und Dreck der Böden. Leder-Kork trippen waren in einer ersten Zeit zum Innengebrauch, die Holztrippen erleichterten das Gehen in durchnässten und weichen Böden.

Die Arnolfini Hochzeit von Jan van Eick zeigt uns beide Beispiele: die Holztrippen (1) an welchen noch Starssendreck klebt und die säuberlich versorgten Ledertrippen (2) am Fusse der Sitzbank.

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Gallery

Schuhe einer Königin

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Archäologische Grabungen zwischen den Jahren 1953 und 1980 unter der Krypta der Basilika von Saint Denis wurden mehrere Gräber der merowingischen Dynastie entdeckt . Eines dieser Gräber (Grab 49) enthielt ein reichhaltiges Inventar von Kleidungsfetzen, Schmuck und persönlichen Gegenständen in … Continue reading

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Gladiator in Doc Martens

Der Absatz ist eine Erfindung des 16. Jahrhunderts. Dr. Klaus Maertens schuf 1945 den ersten Prototypen eines Kultobjektes, die Doc Martens . Somit ist unser römischer Gladiator ist ein weiteres Zeugnis dazu, dass die Erforschung alter Schuhe doch noch seine Berechtigung findet.

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